Wolverton Station von Joe Hill

Wolverton Station von Joe HillWolverton Station ist eine handwerklich gutgemachte Kurzgeschichte über Werwölfe, aber nicht nur, denn sie ist mehr als es auf den ersten Blick scheint und damit eben nicht nur eine kleine Geschichte mit Grusselfaktor. Es ist schon erstaunlich was Joe Hill in dieser Kurzgeschichte alles unterbringt. Schon nach wenigen Sätzen ist man in das Buch eingetaucht und wundert sich, warum man das Gefühl hat selbst in einem viktorianisch angehauchten Zugabteil zu sitzen, auch wenn das mit keinem Wort erwähnt wird. Dies liegt vermutlich an den Werwölfen und dem romantisiertem Bild einer Zugreise. Doch diese Geschichte hat mehr zu bieten, losgelöst von der eigentlich kleinen Horror Geschichte, um Werwölfen und der Angst vor dem Tod, packt Joe Hill hier noch sozialkritische Elemente in die Handlung. Ein Unternehmen will seinen Gewinn maximieren und stellt Saunders, eine ehemaligen Aussteiger, ein, der den Sinn des Lebens gefunden hat und nun mit aller Macht, wirtschaftlichen Erfolg, für jeden oder fast jeden bringt der ihn bezahlen kann. Dabei werden kleine alt eingesessene Firmen rigoros platt gemacht und skrupellos vorgegangen. Doch auf einer Zugfahrt in England passiert es, ein Werwolf betritt das Abteil der ersten Klasse und nichts ist mehr wie es war.
Wer am Ende das Nachwort genau liest, wird sicher erkennen wer oder was die Wölfe in dieser Geschichte symbolisieren und bekommt vermutlich direkt Lust die Geschichte noch einmal und im Hinblick auf diesen Aspekt zu lesen.
Homo homini lupus.
Eine tolle kleine Kurzgeschichte, von der ich nichts erwartet hatte und viel bekam und das für lediglich ein 61 Cent. Eine Geschichte mit erstaunlicher Tiefe, die auf mehr als einer Ebene gelesen und Interpretiert werden kann und zu einem Preis bei dem man nicht meckern kann.

Übrigen, Wolverton gibt es wirklich, es liegt im Borough of Milton Keynes, also aufgepasst!

Auf Amazon kaufen:
Wolverton Station von Joe Hill

{lang: 'de'}